Im vergangenen Geschäftsjahr hat die Stahlkrise, die sich zunehmend in aller Munde befindet, auch Klöckner und Co hart getroffen. In Zahlen bedeutet das einen Verlust von 195 Millionen Euro im Jahr 2012, wie jetzt bekannt gegeben wurde. Nach Befragungen von Reuters hatten Analysten einen Verlust von durchschnittlich 140 Millionen Euro bereits vorhergesagt.
Dieser enorme Rückschlag; der ergo noch über die Erwartungen hinaus geht, ergäbe sich vor Allem aus den negativen Anteilen Dritter und den katastrophalen Marktbedingungen. Die Stahlnachfrage in Europa ist auf ein Minimum abgesunken und der zunehmende Preisdruck verschlechtert die Lage der Stahlmultis zusehends. An den Vorjahresgewinn von gut 12 Millionen Euro ist längst nicht mehr anzuschießen.
So hat sich KlöCo für 2013 neue Ziele gesteckt. Ein Umsatz von 200 Millionen Euro, vor Steuer, Zinsen und Abschreibungen, soll die vergleichsweise magere Ausbeute von 62 Millionen Euro in 2012 wieder wet machen.
Um dieses Ziel erreichen zu können, wurden bereits massive Abstriche im Unternehmen vollzogen.
Vorstandschef Rühl gab bekannt, dass ein Großteil der notwendigen Maßnahmen schon umgesetzt worden sei. Fakt ist jedenfalls, dass seit September 2011 nach und nach 40 Standorte geschlossen wurden. Damit ging die Entlassung von gut 1200 Angestellten einher. Weiterhin wurde lange schon angekündigt, dass man sich aus Osteuropa zurück ziehe. Auch dieser Prozess sei nahezu vollständig abgeschlossen.
Unterdessen laufen Verhandlungen mit Albrecht Knauf an. Der Baustoff-Unternehmer, der vor Allem als Gips-Milliardär bekannt ist, hatte im Februar bekannt gegeben, aus „strategischen Gründen“ beinahe acht Prozent der KlöCo Aktien inne zu haben. Für über 70 Millionen Euro hat er die Anteile erstanden und so zunächst die Befürchtung geweckt, KlöCo könnte geschluckt werden. Denn mit seiner Interfer Holding ist auch Knauf kein Neuling auf dem Stahlmarkt.
Das am Freitag geführte Gespräch ist nach Aussage der Beteiligten „...in guter Atmosphäre“ geführt worden. Ein Interesse der Interfer Holding sei tatsächlich vorwiegend strategisch und vor Allem langfristiger Natur. Besonders zu betonen sei die konstruktive Haltung und die Unterstützung mit der aktuellen Strategie der KlöCo. In naher Zukunft sei eine Einbringung oder Verbindung zwischen Knauf Interfer und KlöCo nicht angedacht. Damit sollten alle Übernahmespekulationen zunächst vom Tisch sein.
sharewise_news on March 06, 2013 12:58